Forum zielt auf Verbesserung der Beschäftigungssituation von Menschen mit Behinderungen

Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler erinnerte im Rahmen der Sitzung des Forums „Arbeiten mit Behinderung“ daran, dass die Situation von Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt immer noch erschwert ist. „Die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt hat sich im Verlauf der letzten Jahre bundesweit immer weiter verschlechtert. Sie sind häufiger von Langzeitarbeitslosigkeit und Arbeitslosigkeit im Alter betroffen. Dabei ist die Motivation von Menschen mit Behinderungen, im Job ihr Können und ihre Zuverlässigkeit zu beweisen, sehr hoch. Auch mit Blick auf den Fachkräftebedarf ist es volkswirtschaftlich unbedingt notwendig, alle Potentiale zu nutzen.“

Die Landesregierung und die Mitglieder des Forums haben es sich im Bereich der Arbeitsmarktintegration unter anderem zur Aufgabe gemacht, den Übergang von der Schule in den Beruf für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen weiter voranzubringen. Ebenso möchte die Landesregierung gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern die Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verbessern und die Beschäftigungsquote Schwerbehinderter im Landesdienst deutlich erhöhen. „Als eine wesentliche Aufgabe des Forums sehe ich, öffentliche und private Arbeitgeber weiter in die Pflicht zu nehmen, Menschen mit Behinderungen eine Chance zu geben statt sich mit einer Ausgleichsabgabe aus der Verantwortung ‚freizukaufen‘“, so Bätzing-Lichtenthäler. Viele öffentliche Träger geben Hilfestellungen für Menschen mit Behinderungen, aber auch für Arbeitgeber. „Ich habe an dieses Forum die Erwartung, dass wir die Anzahl von Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und in Ausbildung steigern, indem wir Vorbehalten begegnen, zwischen den Leistungsträgern Leistungsketten bilden, um passgenaue Hilfen zu erarbeiten, und die Finanzmittel der unterschiedlichen Sozialleistungsträger nachhaltig einsetzen.“

Hier setze beispielsweise die vom Forum erarbeitete Beschäftigungsinitiative an. Der Präsident des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung, Werner Keggenhoff, erklärte: „In unserer Beschäftigungsinitiative bündeln wir die Kräfte vieler Akteure, damit mehr Arbeitgeber gezielt angesprochen werden können. Mit einem maßgeschneiderten Unterstützungsangebot vor Ort tragen wir dazu bei, für arbeitssuchende Menschen mit Behinderungen den richtigen Arbeitgeber und für Arbeitgeber den passenden Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin zu finden.“

Heidrun Schulz, Leiterin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit sagte im Forum nicht nur eine Unterstützung bei der Verbesserung der Beschäftigungssituation von Menschen mit Behinderungen zu. Sie unterstrich vor allem, dass die gestartete Initiative zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz, an deren Rahmenkonzeption die Regionaldirektion impulsgebend mitgewirkt hat, sich gut in den operativen Schwerpunkt der Agenturen für Arbeit und Jobcenter zur Eingliederung von Menschen mit Behinderungen einpasst und damit Synergieeffekte entstehen werden. „Im Oktober waren knapp 6 800 schwerbehinderte Menschen in Rheinland-Pfalz bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern arbeitslos gemeldet. Bezogen auf alle Arbeitslosen betrug der Anteil der schwerbehinderten Personen 6,4 Prozent. Erfreulich war, dass die Zahl im Vergleich zum Oktober 2014 um 1,6 Prozent gesunken ist. Die guten Integrationserfolge zeigen die gute Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Mir ist die berufliche Eingliederung schwerbehinderter Menschen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ein großes Anliegen. Um hier erfolgreich zu sein, halten wir ein breites Portfolio an Unterstützungsmöglichkeiten vor. Beispielsweise zahlen wir Eingliederungszuschüsse an Unternehmen oder bieten eine Probebeschäftigung an. Auch die ‚Unterstützte Beschäftigung‘ fördert die berufliche Eingliederung.“

Das Forum „Arbeiten mit Behinderung“ setzt sich für die Verbesserung der Beschäftigungssituation von Menschen mit Behinderungen ein. Es hat die Aufgabe, strategische Grund- beziehungsweise Richtungsentscheidungen zu treffen, Maßnahmen und Projekte zu koordinieren sowie die fachliche Entwicklung der Leistungsangebote zu begleiten. Im Forum sind das Sozialministerium, das Bildungsministerium, das Wirtschaftsministerium, die Regionaldirektion, die Rehabilitationsträger, das Integrationsamt, die LIGA, Arbeitgebervertreter, die Kommunalen Spitzenverbände und die Kammern vertreten.